„…genannt Käfer“

nach Motiven aus „Die Verwandlung“ von Kafka

„Als Gregor Samsa eines morgens aus unruhigen Träumen erwacht, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheuren Ungeziefer verwandelt“. Bei Kafka verwandelt sich Gregor in einen Käfer. Man erfährt jedoch nicht so genau, warum er es tut. Es gibt Interpretationsspielräume.

Bei uns auch.
Wir schauen aber genauer hin, warum sich Gregor verwandeln will/muss/es einfach tut.

Gregor ist bei uns ein Junge, bei dem es plötzlich beginnt, zu stechen und zu pieksen. Der eine Mutter hat, die das Bügeln sehr viel wichtiger findet und einen Vater hat, der im Rollstuhl sitzt und von viel PS träumt. Es gibt noch eine Schwester und andere Menschen um ihn herum, aber alle sind doch sehr mit sich beschäftigt. Eine nebelige, eine trübe Welt, unsere Gregor-Welt. Als Gregors geliebte Oma stirbt, hält ihn nichts mehr in seinem „Jungen-Körper“. Er wird zum Käfer. Er krabbelt. Alle sind entsetzt und erstarrt. Alle verändert sich. Etwas endet, aus dem Neues erwachsen kann.

Uns hat dieser Stoff interessiert, weil:
Verwandlungsprozesse bestimmen zur Zeit meine SchauspielerInnen im Ensemble: Die Haare sprießen, Pickel kommen hervor, Schwitzen wird bekämpft. Ihr Körper wird oft zu einem immanenten „Fremdkörper“, ungelenk, schwerfällig, fremd und ja: irgendwie „tierisch“: KÄFER_LIKE!

Wir gehen mit dem Stoff, wie gewohnt, kreativ und gleichsam gelassen, nicht irgendwie „werktreu“, um. Der grobe Verlauf der Geschichte bleibt aber als Orientierung der rote Faden unseres Bühnenstücks. Alles andere ist neu, erstunken und erlogen!

Besetzung

Text und Regie: Stefanie Bockermann
Regieassistenz: Tashina Mende, Emma Fabry

Es spielten:

Gruppe A
Moritz Weiß, Judith und Mia Saxe, Pina Bockermann, Lena Schlumbohm, Jonathan Bauer, Milan Zimmer, Sara Hirschfeld, Anuok Fernholz

Gruppe B
Maura Zimmer, Barbara Homann, Annabelle Husemann, Nils Thumm, Jarin Kollet, Lukas Steinberg, Jaro Winkelmann, Merle Mensing, Aurelia Traphan